Umweltverträglichkeit hat bei jedem Projekt höchste Priorität. Deshalb erfolgen Planung und Umsetzung interdisziplinär und streng nach den Anforderungen der österreichischen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP)

TIWAG arbeitet mit international renommierten Partnern zusammen. Dazu gehören zum Beispiel Ökoteam – Institut für Tierökologie und Naturraumplanung, die Geosphere Austria, REVITAL Integrative Naturraumplanung GmbH oder die MoorexpertInnen von Naturraumplanung Egger e.U.

 Auch die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft hat für TIWAG hohen Stellenwert. Zu den akademischen Partnern zählen unter anderem die Universität Innsbruck (Fakultät für technische Wissenschaften – Arbeitsbereich Wasserbau), die Universität für Bodenkultur (Institut Hydrobiologie und Gewässermanagement), die Technische Universität München (Zentrum Geotechnik) und die Österreichische Akademie der Wissenschaften.  Die enge Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung bringt unseren Projekten echten Mehrwert. So entstehen sichere und umweltverträgliche Lösungen, die langfristig zukunftsfähig sind.

Mehr als hundertfünzig top ausgebildete TIWAG-MitarbeiterInnen, darunter zahlreiche bestens qualifizierte und erfahrene TIWAG-IngenieurInnen, tragen zur erfolgreichen Umsetzung der Projekte bei. Diese Fachabteilungen vereinen alle Kompetenzen, die für die Realisierung eines modernen Kraftwerks erforderlich sind: Von der Konzeption über die Einreichplanung, das Behördenverfahren, der Beschaffung aller Komponenten und der Bauplanung über alle ökologischen Belange bis hin zu Elektrotechnik, Maschinenbau und Bauausführung. TIWAG ist im Vergleich der österreichischen Landesenergieversorger mit ihrem Team im absoluten Spitzenfeld.


Wie genau ein Verfahren zur Prüfung der Umweltverträglichkeit abläuft, welches die wesentlichen Merkmale sind und welche Rollen Projektwerber, Behörde und Öffentlichkeit spielen, finden sie hier.


Speicher- und Pumpspeicherkraftwerke wie der Pumpspeicher Versetz erfüllen auch mit geringeren Abflussmengen ihre Rolle als flexible Energiespeicher für stabile Netze und sind daher ein idealer und langfristig verlässlicher Partner für die Energiewende. Hier kommt ihre lange Lebens- und Funktionsdauer von mindestens 100 Jahren zum Tragen.

Das Abflussverhalten von Gletscherbächen wird aber nicht nur von den Niederschlagsmengen, sondern vor allem vom raschen Abschmelzen der Gletscher beeinflusst:

  • Beispielsweise betrug die Gletscherfläche im Einzugsgebiet von Vent im Jahr 1969 noch rund 70 km² und reduzierte sich bis zum Jahr 2017 auf rund 45 km².
  • Bis 2050 kann in dem Gebiet von einer Gletscherfläche von etwa 20 km² ausgegangen werden.

Bei einem vollständigen Abschmelzen der Gletscher in ferner Zukunft wird sich der Jahresabfluss der Gletscherbäche im Einzugsgebiet von Vent um maximal 18% reduzieren. Die durch den Klimawandel bedingte Zunahme der Jahresniederschlagsmenge in Tirol ist dabei nicht berücksichtigt.

Der Weltklimarat (IPCC*) der UNO veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Szenarien des Klimawandels (RCP**), welche abhängig von der Entwicklung der Weltbevölkerung und der zu erwartenden Treibhausgasemissionen errechnet werden:

  • In diesen Berechnungen geht man für Tirol bis 2050 von einem Anstieg der Jahresdurchschnitts-temperatur von etwa +2 °C gegenüber dem Mittel von 1971-2000 aus.
  • Für die fernere Zukunft 2071-2100 wird von einem Temperaturanstieg von +2,3 °C bis zu +4,2 °C je nach Szenario ausgegangen.
  • Diese Temperaturanstiege haben einen Einfluss auf die Jahresniederschlagsmengen, wobei für die ferne Zukunft prognostiziert wird, dass die Niederschläge in Tirol um +4,9 bis +6,5% steigen.

* IPCC: Intergovernmental Panel on Climate Change
** RCP: representative Concentration Pathways

  • In den vergangenen 40 Jahren wurde im Platzertal ein Temperaturanstieg um mehr als 1°C verzeichnet (Quelle: Spartacus, Geosphere Austria). Das führte zu einem Rückgang der Gletscherflächen und zu Veränderungen des Permafrostes.
  • Die für Österreich gültigen Daten zum Klimawandel (ÖKS15) sagen voraus, dass die Temperaturen im Zeitraum 2071 bis 2100 im Vergleich zu 1971 bis 2000 um +3 bis +5°C steigen.
  • Die Niederschlagsmengen sind in den vergangenen 40 Jahren konstant geblieben. Sämtliche Projektionen zeigen im Platzertal für die ferne Zukunft eine Zunahme der Winterniederschläge um ca. 10% und eine leichte Zunahme der Sommerniederschläge um ca. 5%.
  • Früheres Einsetzen der Schneeschmelze
  • Höhere Winterabflüsse
  • Abflussreduktion im Sommer

Die wahrscheinlichsten Szenarien der Zukunft zeigen, dass sich die Abflüsse von Juni/Juli in den April/Mai verlagern. Durch die höheren Niederschläge im Winter steigen auch in den Monaten Oktober bis Dezember die Abflüsse an. Die Bandbreite der Abflussänderungen beträgt -2% bis +4%

Im Jahresmittel ergibt sich bei allen Szenarien um 2080 – trotz saisonaler Verlagerungen – die gleiche Abflussmenge für den Speicher Platzertal wie heute.

* IPCC: Intergovernmental Panel on Climate Change
** RCP: representative Concentration Pathways


Nein. Um die künftigen Herausforderungen im Energieversorgungssystem zu bewältigen, brauchen wir eine ganze Reihe von Speichermöglichkeiten.

So können Batteriespeicher im kurzfristigen Zeitbereich einen erheblichen Nutzen für stabile Systeme bringen. Bei einem über mehr als ein paar Stunden hinausgehenden Flexibilitätsbedarf sind Batteriespeicher allerdings ungeeignet. Von einer Konkurrenzsituation zu Pumpspeicherkraftwerken kann deshalb keine Rede sein. Um rasche Veränderungen in der Stromerzeugung und -nachfrage auszugleichen, werden Batterie- und Pumpspeicherkraftwerke notwendig sein, da das europäische System in Zukunft mit großen Schwankungen innerhalb weniger Stunden konfrontiert sein wird.

Pumpspeicherkraftwerke mit großen Speichern können nach Bedarf Strom auch über längere Perioden erzeugen und helfen so, Engpässe und Spitzen in der Produktion und Nachfrage auszugleichen. Sie tragen zur Netzstabilität und Versorgungssicherheit im Energiesystem Europas bei.

Aufgrund des großen Speichers Platzertal (42 Mio m³ Speichervolumen) kann das Pumpspeicherkraftwerk Versetz über längere Zeit durchgängig entweder im Pump- oder im Turbinenbetrieb betrieben werden. Die Speicherdauer, die angibt, wie lange ein Speicher Energie liefern kann, beträgt bis zu 7 Tage mit voller Leistung. Batteriespeicher kommen jeweils nur auf wenige Stunden.

Im Gegensatz zu Pumpspeicherkraftwerken verringern Batteriespeicher die sogenannte Winterlücke nicht. Die Verlagerungsmöglichkeit von Speichermengen wird allerdings dringend benötigt. Bereits heute besteht eine große Energie-Deckungslücke, wenn der Wind über länger andauernde Perioden nicht weht oder die Sonne sich über mehrere Tage nicht sehen lässt. Dies wird sich in Zukunft mit dem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen noch weiter verschärfen und die Winterlücke in Österreich und insbesondere Tirol noch weiter vergrößern.

Auch im Blackout-Fall kann mit der Erweiterung des Kraftwerks Kaunertal ein wesentlicher Beitrag zur Inselversorgung von Tirol geleistet werden. Dies stellt einen weiteren Pluspunkt gegenüber Batteriespeichern dar.

Batteriespeicher haben eine sehr überschaubare Lebensdauer, die je nach Anwendungsfall deutlich unter 15 Jahren liegen kann. Pumpspeicherkraftwerke wie das Kraftwerk Versetz weisen hingegen sehr lange Lebenszyklen auf – sie sind in der Regel auf 100 Jahre ausgelegt.

Pumpspeicher sind aufgrund ihrer ausgereiften Technik und Lebensdauer langfristige und finanzierbare Investitionen. Batteriespeicher kosten im Vergleich mindestens zehnmal mehr als ein Pumpspeicher. Dabei sind die Kosten für den wesentlich höheren Flächenbedarf noch gar nicht berücksichtigt.

Die CO2-Bilanz von Batteriespeichern ist um den Faktor 5-10 schlechter als jene von Pumpspeicherkraftwerken. Dies ist vor allem dadurch bedingt, dass Batteriespeicher seltene Erden wie Lithium oder Kobalt verwenden, die abgebaut, transportiert und verbaut werden müssen, während Pumpspeicher Wasser als Speichermedium nutzen. Das Material für den Dammbau eines Pumpspeichers kommt zu einem Großteil aus der unmittelbaren Umgebung. Somit sind Pumpspeicherkraftwerke die wesentlich klimafreundlichere Technologie.

Batteriespeicher können das Pumpspeicherkraftwerk Versetz nicht ersetzen, da beide Speichertechnologien ganz unterschiedliche Stärken haben. Unser Rechenbeispiel zeigt aber auf, dass der Flächenbedarf bei Batteriespeichern immer mitgedacht werden muss:

  • Internationale Großbatteriespeicher benötigen für die Speicherung von 1.000 kWh zwischen 80 und 240 Quadratmeter. Diese Zahlen hängen sehr von der technischen Umsetzung und der notwendigen Infrastruktur ab.
  • Zum Vergleich: Der Speicher Platzertal hat eine Fläche von 90 Hektar und kann 63 Mio kWh  speichern. Die Fläche für den Speicher Gepatsch beträgt 260 ha. Der Standort Versetz kommt somit auf einen Flächenbedarf von 14 Quadratmetern für 1.000 kWh.
  • Nimmt man beispielsweise den großen Batteriespeicher Jardelund im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein als Maßstab, müssten für die im Speicher Platzertal speicherbare Energiemenge in jeder der 277 Tiroler Gemeinden rund drei Fußballfelder für Batteriespeicher errichtet werden.
  • Nimmt man die Energie als Maßstab, die bis zum Kraftwerk Prutz abgearbeitet wird (149,1 GWh), wären es mehr als sieben Fußballfelder in jeder der 277 Tiroler Gemeinden.

Wasserkraftglossar

In Wasserkraftwerken wird die Strömungsenergie von Wasser mittels einer Turbine in mechanische Energie und in weiterer Folge im Generator in elektrische Energie umgewandelt. Für die Nutzung der Wasserkraft von Bächen und Flüssen liegen unterschiedlichste Gegebenheiten vor – von ebenen Landschaften bis zu Hochgebirgen mit Fallhöhen weit über 1000 Meter. Diese große Bandbreite erfordert den Einsatz unterschiedlicher, optimierter Kraftwerkstypen.

Bei einem Laufkraftwerk wird ein Fluss vor dem Kraftwerk mit einer Wehranlage in geringem Maß aufgestaut und mit dem zufließenden Wasser die Turbinen konstant betrieben. Mit dem Generator wird die Kraft des fließenden Wassers in elektrische Energie umgewandelt. Die Stromerzeugung ist abhängig von der Fallhöhe, der Wassermenge und vom momentanen Zufluss. Eine zeitlich flexible Erzeugung ist wegen fehlender Speicherkapazitäten für das laufend zufließende Wasser nicht möglich.

Ein Pumpspeicherkraftwerk besteht aus zwei Speicherbecken – einem höher gelegenen und einem tiefer gelegenen Becken – sowie dem Pumpspeicherkraftwerk selbst. Das gespeicherte Wasser des Oberbeckens wird im Turbinenbetrieb zur Stromerzeugung genutzt. Bei Stromüberschuss im Netz (z. B. durch starkes Windaufkommen) wird im Pumpbetrieb das Wasser vom Unterbecken zurück ins Oberbecken befördert, um es zu einem späteren Zeitpunkt erneut abzuarbeiten. Pumpspeicherkraftwerke spielen daher eine wichtige Rolle bei der Stabilisierung des Stromnetzes. Das Pumpspeicherkraftwerk Kühtai ist ein typischer Vertreter dieses Kraftwerkstyps.

Bei einem Speicherkraftwerk wird das zufließende Wasser über mehrere Stunden bis mehrere Monate in einem hochgelegenen natürlichen oder künstlichen See über einem Kraftwerk gespeichert. Bei Bedarf wird es später zu den Maschinen im Kraftwerk zur Stromerzeugung abgeleitet. Das Speicherkraftwerk Silz ist ein typischer Vertreter dieses Kraftwerkstyps.

Das in Wasserkraftwerken genutzte Wasser stammt meist aus weiträumigen Gebieten – den Einzugsgebieten. Der natürliche Niederschlag in diesen Flächen sammelt sich in Bächen und fließt talwärts – zum Teil direkt zu den Kraftwerken oder zu weiter oberhalb liegenden Wasserfassungen und Speichern. Das Einzugsgebiet selbst – also jene Flächen oberhalb der Wasserfassungen – bleiben dabei stets unberührt.

Eine Wasserfassung ist ein Bauwerk, das der Entnahme von Triebwasser aus einem Gewässer dient. Unabhängig davon, ob Wasser direkt dem Kraftwerk oder erst einem Speicher zugeführt wird, müssen zunächst Steine, Sand, Treibholz, Laub und Schwebstoffe daraus entfernt werden, um Schwierigkeiten oder Beschädigungen in den nachfolgenden Anlageteilen zu vermeiden. Das eigens für Gebirgsbäche der Alpen entwickelte Tiroler Wehr belässt das Geschiebe zuverlässig im Bach und erlaubt so eine optimale Wasserentnahme.

Im Einzugsgebiet von Wasserkraftwerken liegen die Wasserfassungen oftmals weit vom Speicher entfernt. In sogenannten Beileitungen fließt das an den Fassungen eingezogene Wasser durch Stollen oder Rohrleitungen zum Speicher.

Als Triebwasserweg wird die direkte Verbindung von der Wasserentnahme aus einem Fluss, Bach, See oder Speicher zum Krafthaus und weiter bis zur Wasserrückgabe in einen Vorfluter bezeichnet.

In einem Wasserkraftwerk sind Turbine und Generator auf einem gemeinsamen Wellenstrang montiert. Diese Kombination bildet den sogenannten Maschinensatz.

Ein Generator ist eine Maschine zur Stromerzeugung, die mechanische Energie in elektrische Energie umwandelt. Der Generator ist mit einer Turbine verbunden. Durch die Bewegungsenergie der Turbinenwelle entsteht im Generator elektrischer Strom. Dies geschieht durch die Bewegung eines elektrischen Leiters in einem Magnetfeld.

Eine Turbine ist eine Strömungsmaschine, in der die Strömung von Wasser in eine Drehbewegung umgewandelt wird. In Kraftwerken sind sie mit Generatoren gekoppelt, um diese Drehbewegung zur Erzeugung von elektrischer Energie zu nutzen. Die Wahl des Turbinentyps hängt hauptsächlich von der Fallhöhe und Wassermenge ab. Aus dieser Erkenntnis heraus haben sich heute drei Arten von Turbinen durchgesetzt: Pelton-Turbinen, Francis-Turbinen und Kaplan-Turbinen.

Der Wirkungsgrad bezeichnet das Verhältnis von abgegebener zu aufgewendeter Energie bei Energieumwandlungsprozessen. Bei Wasserkraftwerken treten Reibungsverluste in den Rohrleitungen, hydraulische Verluste in der Turbine und elektrische Verluste im Generator und im Transformator auf. Mit einem Wirkungsgrad von ca. 90 % ist Wasserkraft eine äußerst effiziente Form der Energiegewinnung. Das bedeutet, dass bis zu 90 % der Wasserenergie in elektrische Energie umgewandelt wird.